Das Motorrad rollt auf 17-
Zoll-Rädern, vorn mit drei Zoll, hinten mit vier Zoll breiten Felgen
und Reifen im neuzeitlichen Niederquerschnitt-Format: 120/70-17 vorn, 150/70-
17 hinten.
Für die Verzögerung
sorgen vorn zwei gelochte, schwimmend gelagerte Gußscheiben mit 300
Millimetern Durchmesser, die von Doppelkolben-Schwimmsätteln mit unterschiedlich
großen Radbremszylindem umfaßt werden. Hinten nehmen gleiche
Sättel eine 230er Scheibe in die Zange. Soweit die auffälligsten
Neuerungen.
Die Liebe steckt
im Detail des Nostalgikers. Auf den fast unverändert von der alten
Z 750 – einer Weiterentwicklung der Z 650 aus dem Jahr 1982 – übernommenen
Motor wurden die wie Schnekkenhäuser geschwungenen Ventildeckel der
Z 900 aufgesetzt und auch deren rundlichere Kühlrippen gewählt.
Der Motor ist vornehm graublau lackiert, mit herrlich polierten Seitendeckeln.
Vor ihm ist ein formschöner Ölkühler montiert, der das Schmiermittel
nicht etwa durch schnöde Schläuche, sondern durch verchromte
Leitungen zugeführt bekommt. Die zwei Uhrenschalen haben die Form,
die schon früher den Blick des Fahrers von der Strasse locken konnte.
Noch dazu sind sie voll verchromt, wie auch die Spiegel und die tropfentörmig
gestylten Blinker. Zierliche Leichtmetall- Fussrasten, dazu ein eng verlegter
Auspuff mit zwei dünnen Enddämpfern lassen die Maschine schlank
wirken. Wer von der alten 650er umsteigt, auf der die tief und vorn angebrachten
Fussrasten und der relativ hohe und breite Lenker eine aufrechte Sitzposition
erlaubt, dem fällt sofort auf, daß es bei der neuen kompakter
und sportlicher zugeht. Aber die Sitzhaltung ist bequem, alles liegt ergonomisch
günstig. |
Der Anlasser erweckt dann
das altbekannte Aggregat zum Leben. Wie schon in früheren Tagen, als
der Motor noch in den alten Modellen seinen Dienst verrichtete, legt er
nach wie vor unwillige Kaltlaufeigenschaften an den Tag. Der Choke sitzt
aber nun nicht mehr am Vergaser, sondern in der Schaltereinheit der linken
Lenkerarmatur und ist leicht mit dem Daumen zu bedienen.
Wenn der Zephyr-Motor
seine Betriebstemperatur erreicht hat, wird er zum Erlebnis allererster
Klasse. Wie der alte 650er kann er ab 3000 Touren im fünften Gang
bewegt werden, nur dreht er noch 1000 Umdrehungen weiter, bis 10 000/min. |
Ausserdem reagiert er über
die modernen Gleichdruck-Flachschiebervergaser doch wesentlich spontaner
auf die kleinste Bewegung des Gasgriffs. In dem gesamten nutzbaren Drehzahlbereich
legt er völlig gleichmässig zu. Setzte der alte Motor durch seinen
voll gleitgelagerten Kurbeltrieb zu seiner Zeit Masstäbe in Sachen
Laufruhe, wirkt er gegen seinen neuesten Ableger wie ein Rauhbein. Dies
liegt wohl nicht zuletzt an der Silentblocklagerung im neuen Fahrgestell,
während der Motor irn alten noch starr verschraubt war.
Ihrer um fünfzehn
Jahre älteren Schwester zieht die Zephyr in allen Bereichen davon,
obwohl die 650er auch nur sechs Pferde weniger hat. Leider konsumiert das
neue Motorrad aber geringfügig mehr Benzin als das alte. Wie bei der
Z 650, ist auch bei der Zephyr die Gesamtübersetzung sehr kurz, was
zusammen mit der sehr gelungenen Motor-Abstimmung für schaltfaules,
zügiges Fahren sorgt. Die Gänge rasten mit kurzen Schaltwegen
weich und sicher ein,wesentlich besser als bei der alten.
Das Fahrwerk der
Z 650 war seinerzeit vielleicht das beste, was die Japaner auf öffentliche
Strassen brachten. Es ließ sich bis Höchstgeschwindigkeit sicher
fahren, war trotzdem ausgesprochen handlich und beutelte nicht mit gnadenloser
Härte. Heute gelten andere Maßstäbe. |
Auf der Z650 sitzt der
Fahrer auch bei zügiger
Fahrweise klassisch
aufrecht |
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